Beitrag von Thomas Kube

Höxter (TKu). Die private Initiative NaturGartenForum des Höxteraners Ralf Haffke und der Heimat- und Verkehrsverein Höxter (HVV) starten einen Wettbewerb für ökologisch wertvolle Vorgärten im Stadtgebiet Höxter. Eine Informationsveranstaltung mit der Bitte um vorherige Anmeldung findet am 29. Oktober um 18 Uhr in der Dechanei in Höxter statt. Es sind oft graue Steine, Schotter oder kahle Flächen, die vielerorts das Bild von Vorgärten prägen. „Dabei steckt selbst in einer kleinen Fläche großes Potenzial für mehr Natur, Artenvielfalt und ein attraktives Stadtbild“, sagt Ralf Haffke von der Initiative NaturGartenForum aus Höxter. Genau hier setzt eine gemeinsame Aktion der Initiative und des Heimat- und Verkehrsvereins Höxter (HVV) an. Unter dem Motto, Schottergärten und steinige Vorgärten neu zu beleben, möchten die Initiatoren dazu ermutigen, vorhandene Flächen ökologisch aufzuwerten und mit heimischen Stauden in lebendige Lebensräume zu verwandeln. Dabei muss der vorhandene Schotter auch nicht entfernt werden: „Auch zwischen Steinen lassen sich heimische Stauden wunderbar integrieren“, sagt Haffke. Ein Wettbewerb soll zeigen, wie viel sich bereits mit kleinen Veränderungen erreichen lässt.

Bei der Informationsveranstaltung am 29. Oktober stellt Ralf Hafke, Gründer der Initiative NaturGartenForum, das Projekt vor und erläutert, wie Interessierte mitmachen können. Auch der HVV Höxter wird seine Erfahrungen und Informationen rund um heimische Stauden und naturnahe Begrünung einbringen. Die Veranstaltung richtet sich an alle Höxteranerinnen und Höxteraner, die ihren Vorgarten oder auch nur eine kleine steinige Ecke verändern und einen Beitrag zu mehr Natur in Höxter leisten möchten.

Im Mittelpunkt der Aktion steht die Frage, wie sich vorhandene Schotter- und Steingärten wiederbeleben lassen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den gesamten Schotter zu entfernen oder große Vorgärten vollständig umzugestalten. Auch kleine Nischen, schmale Randbereiche und bislang ungenutzte Flächen können laut Haffke zu wertvollen Lebensräumen werden. Entscheidend ist die Idee, aus einer weitgehend eintönigen Fläche einen Ort zu machen, an dem Pflanzen gedeihen und Insekten Nahrung finden. „Auch Schottergärten sind eine Art Lebensraum“, sagt Ralf Hafke. Allerdings seien sie häufig zu einseitig gestaltet. Heimische Stauden könnten zwischen den Steinen für mehr Vielfalt sorgen, ohne dass der gesamte Schotter entfernt werden müsse. So lassen sich vorhandene Strukturen erhalten und zugleich ökologisch aufwerten.

Oft braucht es dafür gar keine vollständige Neugestaltung des Gartens. Schon einzelne Pflanzbereiche mit heimischen Stauden können einen sichtbaren Unterschied ausmachen. Wo bislang vor allem Steine liegen, können künftig Blüten, unterschiedliche Wuchshöhen und wechselnde Farben das Bild bestimmen, um abwechslungsreiche Vorgärten entstehen zu lassen, die nicht nur schöner aussehen, sondern zugleich einen ökologischen Nutzen haben. Ralf Haffke vom NaturGartenForum möchte zusammen mit dem HVV zeigen, dass Naturschutz direkt vor der eigenen Haustür beginnen kann. Jeder umgestaltete Vorgarten, jede bepflanzte Nische und jede zusätzliche Blühfläche könne dazu beitragen, die Lebensbedingungen für heimische Tierarten zu verbessern. Aus vielen kleinen Beiträgen kann so ein Gewinn für das gesamte Stadtbild entstehen.

Eine wichtige Rolle spielen bei dem Vorhaben heimische Stauden. Sie sind in der Region angepasst, robust und wertvoll für Insekten. Unter den heimischen Stauden versteht man mehrjährige Pflanzen, die in unserer Region natürlicherweise vorkommen oder hier seit Langem verbreitet sind. Sie sind an die örtlichen Standort- und Klimabedingungen angepasst und können laut Ralf Haffke bei passender Auswahl auch mit wechselnden Wetterverhältnissen gut zurechtkommen. Viele Arten sind außerdem vergleichsweise pflegeleicht und treiben nach dem Winter erneut aus. Haffke ergänzt: „Besonders wichtig ist ihr Nutzen für die heimische Insektenwelt. Viele Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten sind auf bestimmte Blütenformen, Pollen oder Nektarquellen angewiesen. Heimische Pflanzen bieten ihnen häufig Nahrung, die sie tatsächlich nutzen können. Werden unterschiedliche Stauden miteinander kombiniert, lässt sich zudem die Blütezeit über einen längeren Zeitraum verteilen. So finden Insekten vom Frühjahr bis in den Herbst hinein geeignete Nahrungsangebote“.

Auch über die Blüte hinaus haben Stauden einen Wert für die Natur. Dichte Pflanzenbestände können kleinen Tieren Deckung bieten, während Samenstände im Herbst und Winter Nahrung und Struktur liefern. Wer verblühte Pflanzen nicht sofort vollständig zurückschneidet, schafft zusätzliche Möglichkeiten für die Tierwelt. Der HVV Höxter hat bereits selbst heimische Stauden gepflanzt in Höxter und kann deshalb praktische Erfahrungen in die Aktion einbringen. Bei der Informationsveranstaltung sollen Interessierte Anregungen erhalten, welche Pflanzen sich für unterschiedliche Flächen eignen und wie sich mit überschaubarem Aufwand ansprechende, naturnahe Pflanzungen gestalten lassen.

Wer sich für eine Teilnahme interessiert, kann sich bei der Informationsveranstaltung über die Einzelheiten informieren und anschließend für den Wettbewerb anmelden. Die Umgestaltung soll bis ins Frühjahr des kommenden Jahres laufen. Die Veranstaltung in der Dechanei bildet damit den Ausgangspunkt für alle, die sich mit ihrem Vorgarten oder einer kleineren Fläche beteiligen möchten. Das Besondere an dem Wettbewerb: Die Entwicklung der Flächen wird dokumentiert. Ralf Hafke wird die teilnehmenden Gärten jeweils vor und nach der Umgestaltung besuchen, Tipps für eine Bepflanzung geben und mit Fotos vorher-nachher dokumentieren. Auf diese Weise lässt sich nachvollziehen, was sich verändert hat und wie aus einer steinigen Fläche durch die Ergänzung heimischer Stauden ein naturnaher Bereich entstehen kann. Eine Jury wird die Ergebnisse anschließend auswerten. Die besten Beiträge werden prämiert. Die genauen Teilnahmebedingungen und der weitere Ablauf sowie erste Pflanztipps werden bei der Informationsveranstaltung am 29. Oktober vorgestellt. Interessierte sollten sich laut Haffke und Norbert Drews vom HVV unter der E-Mail-Adresse info@naturgartenforum.de oder beim Heimat- und Verkehrsverein Höxter (www.HVV-Hoexter.de) vorab anmelden.

Foto (T. Kube): v. l. Ralf Haffke und Norbert Drews