Ein Beitrag von Thomas Kube

Historischer Wegweiser auf dem Köterberg erstrahlt in neuem Glanz

Wer auf dem Köterberg unterwegs ist, der findet seit Kurzem wieder einen frisch restaurierten Wegweiser vor. Die markante Holzstele auf der höchsten Stelle des Berges ist in den vergangenen Monaten umfassend überarbeitet worden. Neben der Erneuerung der Beschriftungen und Wappen erhielt die Stele auch einen neuen Richtungsweiser nach Lügde. Die Holzstele gehört seit vielen Jahrzehnten zum Bild des Köterbergs und ist für Wanderer, Ausflügler und Touristen längst mehr als nur ein Wegweiser. Sie steht an einem markanten Aussichtspunkt und ist „immer wieder auch beliebtes Fotomotiv“, heißt es von Norbert Drews vom Heimat- und Verkehrsverein Höxter (HVV). Die jetzt abgeschlossene Restaurierung sei nach Angaben des HVV notwendig geworden, nachdem Witterung und Feuchtigkeit dem Holz und den Beschriftungen erneut zugesetzt hatten.

Im Juli 2011 waren die Infotafeln zuletzt umfassend restauriert worden. Auf Initiative des HVV Höxter und in Absprache mit Vertretern der Städte aus Holzminden, Polle und Lügde wurden die Schilder durch den Höxteraner Holzbildhauer und Restaurator Vladimir Zlatkov, der bereits die Arbeiten im Jahr 2011 ausgeführt hatte, in mehreren Monaten Arbeit aufwendig restauriert bzw. neu gestaltet. Auch der Eichenstamm wurde neu gestrichen. Insgesamt investierte Zlatkov nach eigenen Angaben rund drei Monate Arbeitszeit in die Restaurierung. Für die Schriftzüge und Wappen verwendete der Holzkünstler nach eigenen Angaben doppelt beschichtetes 23,5-karätiges Blattgold. Das Material sei besonders dauerhaft, erklärte der 80-jährige Holzkünstler. Eine Neuerung ist der Wegweiser in Richtung Lügde. Bislang hatte an der entsprechenden Stelle keine Holztafel auf die Stadt im Kreis Lippe hingewiesen, obwohl sich die Stele sogar auf lippischen Boden befindet. Das hat sich mit der aktuellen Restaurierung geändert. „Wir wollen auch so eine schöne Tafel haben“, hatte die damalige Leiterin der Touristik-Information Polle den Wunsch nach einem eigenen Wegweiser formuliert. Der Richtungsweiser wurde nun neu geschnitzt und ergänzt die bereits vorhandenen Hinweise nach Höxter, Holzminden und Polle.

Wer die Stele ursprünglich errichtet hat, ist heute nicht mehr bekannt. Einen Hinweis auf ihre frühere Gestalt gibt jedoch eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1935. Auf dem Foto ist der Turnverein Schötmar aus dem Kreis Lippe bei einem Ausflug auf den Köterberg zu sehen. Ein Turner namens Friedel Steinmann machte damals auf der Stele einen Handstand. Dieter Siebeck, stellvertretender Vorsitzender des HVV Höxter, erinnerte bei der offiziellen Vorstellung der restaurierten Stele an diese ungewöhnliche Begebenheit. Die Geschichte sei keine Sage, wie sie rund um den Köterberg zahlreich überliefert seien, sondern tatsächlich durch das historische Foto dokumentiert. Aus dieser Begebenheit entstand bereits eine neue Idee. Der HVV überlegt, künftig eine Figur eines Turners auf der Spitze der Stele anzubringen. Erste Recherchen dazu laufen bereits. Gesucht wird unter anderem das Originalfoto von Friedel Steinmann, um möglichst genau nachvollziehen zu können, wie die damalige Turnübung ausgesehen hat.

An der aktuellen Sanierung beteiligt waren unter anderem der Heimat- und Verkehrsverein der Kernstadt Höxter, die Städte Holzminden und Lügde, der Heimat- und Kulturverein Polle sowie der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Unterstützt wurde das Projekt außerdem durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Kosten für das Projekt liegen nach Angaben des HVV im mittleren vierstelligen Bereich. Darin nicht enthalten ist die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit, die in die Vorbereitung und Umsetzung eingeflossen ist. HVV-Vorsitzender Norbert Drews dankte deshalb ausdrücklich allen Helfern und Sponsoren, die zur Realisierung beigetragen haben. Mit der Restaurierung soll die Stele nun für mehr als ein Jahrzehnt gesichert sein. TKu

Foto von links: Dieter Siebeck und Norbert Drews (beide HVV), Larissa Gräbner, (Touristikinfo Polle), Elke Schäfer, (Naturparkführerin Teuto/Egge), Holzkünstler Vladimir Zlatkov, Ruban Hey, (Mitarbeiter NP Teuto/Egge), Robert Heger sowie Hans-Jürgen Toscheck (beide Heimat- und Kulturverein Polle)

Fotos: Thomas Kube